In der Hauptrolle: das Papier

Das Papiertheater in Nürnberg wurde 1995 von Johannes Volkmann gegründet. Der Papierkünstler wollte eine neue Art von Theater kreieren, bei der das Papier die Hauptrolle spielen sollte. Heute ist das Theater eine kulturelle Institution und weit über die Stadtgrenze hinaus bekannt.

„Die Neugierde ist immer ein kreativer Moment, weil man „gierig“ ist auf das Neue“, erklärt Johannes Volkmann, der Gründer des Papiertheaters in Nürnberg. Mit dieser Neugierde ist das Papiertheater vor 20 Jahren entstanden und es hat diese Neugierde zum Prinzip einer eigenen Theaterform erhoben. Eine Schere bohrt sich von hinten durch eine große aufgespannte Papierwand und vorne ist das Publikum neugierig auf das, was nun entsteht. Ein Pinsel taucht im ausgeschnittenen Fenster auf und beginnt die Papierwand zu bemalen. Und die Fantasie ist „gierig“ auf das, was da gerade geschaffen wird.

Die Inszenierungen des Papiertheaters sind ein gestalterisches Spiel mit dem Papier, ein Gespräch mit der Neugierde des Publikums, ein Theater, das eigene Regeln der Dramaturgie verfolgt. Es ist ein Theater, ohne eigenem Haus, also immer auf Reisen und es spielt auf Einladung überall dort, wo neugierige Menschen ein andersartiges Theatererlebnis suchen. Diese Reisen führte das Papiertheater in Schulen, auf Kleinkunstbühnen, auf Festivals bis weit in die Welt hinaus, in europäische Länder, nach China, Indien, USA, Ecuador oder Indonesien. Auch in der Schweiz hat das Papiertheater bereits mehrmals Station gemacht. So zum Beispiel am Theaterspektakel in Zürich oder an der Eröffnung des Paul Klee-Museums in Bern Im Gepäck: eine Papierrolle, eine Schere und Farben.

Seit 1995 spielt Das Papiertheater mit den bildhaften, klanglichen und theatralen Möglichkeiten des Materials. Eine große Papierfläche ist aufgespannt und steht zwischen dem Publikum und den Spielern; eine Leinwand, auf die gemalt und projiziert wird, in die Löcher und Fenster geschnitten und gerissen wird, aus der gefaltet und geknickt Formen entstehen. Die Inszenierungen leben durch ihre Bildsprache und kommen meist ohne viele Worte aus.

Entwickelt werden interdisziplinäre Gesellschaftsprojekte zwischen bildender und darstellender Kunst. Ortsbezogenes Bürgertheater, Installationen im öffentlichen Raum, Kinder- und Jugendprojekte im Spiegel der Zeit. Das Papiertheater lebt von der Zusammenarbeit verschiedener Künstler: Musiker, Bildhauer, Puppenspieler oder Tänzer. Aus diesem Hintergrund heraus entwickelt das Papiertheater auch sogenannte "Gesellschaftsinszenierungen". Das sind Konzepte, die über einen längeren Zeitraum hinweg Fragen über unsere gesellschaftliches Miteinander aufwerfen. So zum Beispiel: "Was ist unbezahlbar?", oder: "anders herum denken".

Das Papiertheater betreibt zudem den VERLAG ERLESENE BÜCHER. Jedes Buch ist ein Unikat. Die Grafik der bildhaften Publikationen, bestehend aus den gestalterischen Möglichkeiten des Materials Papier, ist das Profil des Verlages. Darüber hinaus arbeitet der Verlag in Workshops und Projekten mit Kindern und Erwachsenen an grafischen Ideen.

 
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